Begriff
Backup
Warum wichtig?
Dieser Begriff ist ein Knoten im SengakujiWorks-Wissensnetz. Nutze Level 0 für die erste Einordnung, Level 1 für Praxis, Level 2 für technische Struktur und Level 3 für Grenzen, Fallstricke und Expertenkontext.
Ein Backup ist dein doppelter Boden. Es ist eine Kopie all deiner wichtigen Daten, die an einem anderen Ort liegt. Computer gehen kaputt. Handys fallen ins Klo. Erpresser verschlüsseln Festplatten. Wenn du kein Backup hast, sind deine Fotos/Daten weg. Für immer. Wenn du ein Backup hast, sagst du: "Egal, ich spiele einfach die Kopie von gestern wieder ein."
Merksatz: Eine Kopie deiner Daten an einem sicheren Ort für den Notfall.
Die 3-2-1 Regel
Der Goldstandard für Backups:
- 3 Kopien deiner Daten (1x Original + 2 Backups).
- 2 verschiedene Medien (z. B. Festplatte und Cloud).
- 1 Kopie an einem anderen Ort (Offsite). Falls dein Haus abbrennt, hilft die Festplatte im Schreibtisch nicht.
Beispiele
- iPhone: iCloud Backup (Passiert nachts automatisch).
- PC: Externe Festplatte oder OneDrive/Dropbox.
- Webseite: Der Hoster macht meistens tägliche Backups der Datenbank.
1. Full vs. Incremental vs. Differential
- Full Backup: Kopiert alles. Dauert lange, braucht viel Platz.
- Incremental: Kopiert nur, was sich seit dem letzten Backup geändert hat. (Montag: Voll. Dienstag: Nur Änderungen von Mo->Di). Spart Platz, aber Restore dauert länger (man muss alle Puzzleteile zusammenbauen).
- Differential: Kopiert alles, was sich seit dem letzten Full Backup geändert hat.
2. Cold vs. Hot Backup
- Hot Backup: Die Datenbank läuft weiter, während gesichert wird. Schwierig, weil sich Daten während des Kopierens ändern können ("Inkonsistenz"). Moderne Tools nutzen "Snapshots".
- Cold Backup: Server wird heruntergefahren. Sicherung wird gemacht. Server wird gestartet. Sicher, aber Downtime.
3. Restore Test
Ein Backup, das man nicht wiederherstellen kann, ist wertlos ("Schrödingers Backup"). Man muss regelmäßig testen: "Klappt das Restore wirklich?". Oft sind Backups nämlich korrupt, und man merkt es erst im Notfall.
1. RTO und RPO
In Unternehmen plant man Backups nicht nach Gefühl, sondern mit Metriken:
- RPO (Recovery Point Objective): Wie viel Datenverlust ist okay? Wenn das RPO bei 1 Stunde liegt, muss das Backup stündlich laufen. (Verlust maximal: Die Daten der letzten 59 Minuten).
- RTO (Recovery Time Objective): Wie lange darf das Einspielen dauern? Ein 10-Terabyte Backup aus der Cloud herunterzuladen (abhängig von der Bandbreite), kann Tage dauern. Liegt das RTO bei 4 Stunden, braucht man lokale, schnelle Caches auf der SSD (Solid State Drive).
2. Immutable Backups vs. Ransomware
Schlaue Ransomware verschlüsselt nicht nur deine Server, sondern löscht absichtlich zuerst deine Backups! Die Lösung: Immutable Backups (Unveränderbare Backups). Das Storage-System sperrt die Backup-Dateien hart auf Betriebssystem-Ebene (WORM: Write Once, Read Many).
chattr +i /backup/daily-2024-10-24.tar.gz
Wenn die Ransomware "Löschen" aufruft, blockiert das Betriebssystem (OS) die Anfrage.
3. VSS (Volume Shadow Copy Service)
Wie macht Windows ein Backup einer Datei, die gerade in Word geöffnet ist und gelockt ist? Mit VSS. Der Service friert das Dateisystem für einen Sekundenbruchteil ein (macht ein Foto der Block-Zustände) und das Backup-Programm liest dieses "Foto" (Shadow Copy), während du normal an der echten Datei weiterarbeitest.
Quick-Check
Warum reicht es nicht, Dateien einfach auf eine zweite Partition derselben Festplatte zu kopieren?
Wenn die Festplatte mechanisch kaputt geht (Head-Crash), sind beide Partitionen tot. Das Backup muss auf ein physikalisch anderes Gerät.Was ist der Vorteil von inkrementellen Backups?
Sie sind extrem schnell und platzsparend, weil sie nur die kleinen Änderungen speichern, statt jeden Tag Terabytes an gleichen Daten zu kopieren.Was ist das Wichtigste beim Backup?
Dass man testet, ob man es wiederherstellen kann (Restore Test).